Israel-Pilgerreise bietet bewegende Momente, die unter die Haut gehen – mit Weihbischof Hegge zu den „Quellen des Glaubens im Heiligen Land“

Tabgha/Jerusalem (pbm). „Was, dahin wollt ihr in diesen Krisenzeiten fahren?“ Solche Reaktionen hatten einige Teilnehmer einer Pilgerreise nach Israel erlebt, als sie von ihren Reiseplänen erzählten.

Trotzdem haben sich 30 Pilger im Alter von Teenager bis über achtzigjährig am Freitag, 3. Oktober, auf den Weg gemacht, um wichtige Stationen aus dem Leben Jesu Christi in Israel zu besuchen. Die geistliche Leitung der Tour der Diözesanpilgerstelle Münster Emmaus-Reisen unter dem Motto „Quellen des Glaubens im Heiligen Land“ hat Weihbischof Dr. Christoph Hegge, als Reiseleiterin ist Jutta Winkelhaus dabei.
Für ihre spirituelle Spurensuche macht die Gruppe an zwei Orten Station: Im Pilgerhaus Tabgha am See Genezareth und im Österreichischen Hospiz in Jerusalem. Den Teilnehmern wurde schnell deutlich, dass diese beiden Unterkünfte zentral gelegene Ausgangspunkte sind: Jesus Christus lebte und wirkte nun einmal überwiegend in Galiläa und im Raum Jerusalem. Am ersten vollständigen Tag nach der Landung, an dem die Juden ihren höchsten Feiertag, das Versöhnungsfest „Jom Kippur“ begingen, kamen die Pilger am See Genezareth an – entgegen allen Unkenrufen in vollständig friedlicher Umgebung. Christina Heitkamp, eine 67jährige Mitfahrerin, brachte auf den Punkt, was viele in der ersten gemeinsamen Eucharistiefeier unter freiem Himmel direkt am See empfanden: „Wir dürfen dankbar sein, einmal tief durchatmen, dass wir dieses erleben dürfen“. Von Tag zu Tag wächst neben der menschlichen Vertrautheit in der Gruppe auch die  Gemeinschaft im Glauben. Dazu tragen die täglichen Morgenandachten bei, aber auch die Eucharistiefeiern, die zusammen mit dem Weihbischof an historischen Stätten gefeiert werden, etwa in der Brotvermehrungskirche, in Nazareth, dem Heimartort Jesu, am Ort der Bergpredigt – und vielen anderen aus der Bibel gut vertrauten Plätzen. Natürlich dient die Reise auch dazu, Land und Leute kennenzulernen und zu verstehen. Die Gruppe ist mit einem gecharterten Bus unterwegs, begleitet durch den äußerst sachkundigen Führer Gidi. Ziele sind beispielsweise die Golanhöhen, die Großstadt Haifa am Mittelmeer, die ehemalige Kreuzfahrerstadt Akko oder das Jordantal. Auch ein Ausflug zum Toten Meer fehlt nicht. In Jerusalem schließlich stehen unter anderem die Klagemauer, der Kreuzweg „Via Dolorosa“, der Ölberg und nicht zuletzt die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auf dem Programm. „Es ist schon eine ganz besondere Reise, die tief berührt“, sagt Siegfried Brock, „An den Orten zu stehen und zu beten, wo Jesus gewirkt hat, das sind schon sehr bewegende Momente, die unter die Haut gehen“. Gelegenheit dazu hat die Gruppe noch bis zur Heimkehr am Dienstag, 14. Oktober.

Text: Siegfried Brock